Gögginger Wertachbrücke wird umfassend instand gesetzt

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Abhängig von den Wetterbedingungen beginnen am kommenden Montag, 4. März, die Arbeiten zur Instandsetzung, Teilerneuerung und zum Umbau der „Gögginger Wertachbrücke“. Vorarbeiten außerhalb des Bauwerks finden bereits in dieser Woche statt. Das Ende der Bauzeit ist bis Ende November geplant. Die Maßnahme kostet zirka 1,1 Mio. Euro.

 

Während der Bauzeit ist die Brücke halbseitig gesperrt, das zulässige Gesamtgewicht ist auf 3,5 Tonnen beschränkt. Für den motorisierten Verkehr steht eine Fahrspur im Brückenbereich zur Verfügung, eine Ampelschaltung regelt den Verkehr.

Die Querung der Brücke für Fußgänger und Radfahrer ist immer auf einer Seite der Brücke möglich. Auch der öffentliche Nahverkehr kann unter Auflagen während der Baumaßnahme über das Bauwerk fahren.

Wegen Betonierarbeiten muss die Brücke an zwei Wochenenden sowie für das Ein- und Ausheben des Traggerüstes nachts für den motorisierten Verkehr voll gesperrt werden. Die genauen Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben, Auswirkungen auf den Schulbusverkehr gibt es nicht.

 

Die Gögginger Wertachbrücke, die 1978 fertig gestellt wurde, ist 18 Meter breit, überspannt die Wertach auf einer Länge von ca. 44 Meter und hat eine Brückenfläche von rund 800 Quadratmetern.

Der Brückenüberbau besteht aus einer Spannbetonplatte mit sieben Hohlkästen, fünf davon sind derzeit begehbar. Hier befinden sich auch Leitungen für Gas und Wasser.

 

Vertiefte Bauwerksuntersuchungen seit Sommer 2010 haben ergeben, dass der Brückenüberbau durch Frostaufbrüche und Chlorideintrag in den Beton schwer geschädigt ist.

Davon ist zum einen der Konstruktionsbeton betroffen, der unter dem Fahrbahnbelag,liegt. Über undichte Fugen im Brückenbelag konnte chloridhaltiges Wasser die Brückenabdichtung unterwandern und in den Konstruktionsbeton eindringen.

 

Die Folge sind Auflösungserscheinungen des Konstruktionsbetons stellenweise bis zu einer Tiefe von zwölf Zentimetern. So liegt in einigen Bereichen der Bewehrungsstahl komplett frei. Davon betroffen ist vor allem die Bewehrung im Schrammbordbereich, also zwischen Geh-, Radweg und Straßenbereich. Diese für die Standsicherheit der Kragarme maßgebende Bewehrung wird weiterhin durch Chloride zerstört. Auf den Kragarmen befinden sich die Geh- und Radwege, die ohne eine Instandsetzung gesperrt werden müssten.

Um den Kragarm nicht weiter zu belasten wird der motorisierte Verkehr seit zirka zwei Jahren zur Bauwerksmitte hin geführt. Wegen der reduzierten Tragfähigkeit des gesamten Überbaus wurde das Bauwerk für Schwerlastverkehr über 18 Tonnen gesperrt und auch ein Begegnungsverkehr von schweren Fahrzeugen vermieden.

Der öffentliche Nahverkehr konnte unter Auflagen aufrechterhalten bleiben.

Geschädigt sind zum anderen die Spannglieder und die konstruktive Bewehrung in den Hohlkästen. Hier konnte bis jetzt chloridhaltiges Wasser in fünf der sieben Hohlkästen eindringen. Dies geschieht einerseits über die sieben Schachtdeckel, die von der Fahrbahn her als Zugang zu den Versorgungsleitungen der Stadtwerke dienen und andererseits über die in den beiden äußeren Hohlkästen liegenden Längsleitungen der Bauwerksentwässerung. Erste Schäden an den für die Tragfähigkeit maßgebenden Spanngliedern sowie Korrosion an der konstruktiven Bewehrung rund um die Schachtdeckel wurden festgestellt.

 

Da ein Neubau der Brücke etwa dreimal so teuer wäre wie eine Instandsetzung, sind jetzt umfangreiche Maßnahmen erforderlich.

Dazu zählt die Erneuerung der Übergangskonstruktionen, der Abdichtung und der Brückenkappen ebenso, wie die Betoninstandsetzung mit Betonabtrag durch Höchstdruckwasserstrahlen.

 

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